Reisebericht Dubai März 2014

Vorbemerkung

Mit zunehmendem Alter ändern sich unsere Vorlieben für Reisen.

In jugendlichen Jahren konnten wir gar nicht genug bekommen von gotischen Kathedralen, Barockschlössern und römischen Tempelresten. Den Zustand des Hotels am Reiseort haben wir gar nicht wahrgenommen; sauber musste es sein und das Zimmer über eine Dusche verfügen. Wichtig waren die Objekte der Kunst, die es zu besichtigen gab.

Heute ist das anders geworden. Wir fahren nicht mehr an einen Ort um ein antikes Amphitheater zu bestaunen oder um die primitivste Bauform, die von Menschenhand entwickelt wurde, zu bewundern, nämlich ägyptische Pyramiden. Es interessiert uns (fast) nur mehr was unsere Zeit geschaffen hat. Hier sind es insbesondere fünf Arten von Errungenschaften: Brücken, Hochgeschwindigkeitszüge, Museen, Konzerthallen und Hotelbauten.

Im Brückenbau wurden in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, von denen wir in unserer Jugend nicht einmal geträumt hatten. Hongkong liefert dafür die schönsten Beispiele von weitgespannten Tragwerken. Für Hochgeschwindigkeitszüge gilt das gleiche. Mit einem Zug zu fahren, der eine Strecke vergleichsweise wie Wien – St.Pölten in etwa 8 Minuten zurücklegt, wie es die Magnetschwebebahn in Shanghai mit einer Geschwindigkeit von 431 kmh macht, ist ein besonderes Erlebnis.

Gekrönt wird jedoch alles von den Hotelbauten die in den letzten Jahren errichtet wurden. Hier kommt noch dazu, dass nicht nur die Bauwerke faszinierend sind, sondern auch die Organisation die hinter einem solchen Betrieb steckt. Ich führe als Beispiel an das Marina Bay Sands in Singapur. Das Hotel besteht aus drei nebeneinander stehenden fünfzigstöckigen Hochhäusern über die in 200 Meter Höhe ein swimming pool mit einer Länge von 200m gespannt ist. In diesem „infinity pool“, (der Wasserspiegel ist gleich hoch wie der Beckenrand), schwimmt man gegen die Silhouette der Stadt. Zum ersten mal haben wir in diesem Hotel eine fünfstellige Zimmernummer gehabt. Das Haus ist ein 5Sterne Hotel und verdient diese Einstufung auch. Wir staunten über die Organisation, mit der das Hotel geführt wird. Es werden Probleme gelöst, die bei uns in Europa unlösbar sind: wo nimmt man 3000 Stubenmädchen her, die nicht stehlen, wo 400 Kellner, die beim Öffnen einer Weinflasche diese nicht zwischen die Oberschenkel klemmen?

Hier merkt man, wo heute auf der Welt die Musik spielt. Ganz sicher nicht mehr in Europa.

Über Dubai liest man viel in den Medien. Von Jubelberichten bis hin zu dümmlichen und hämischen Reportagen. Längst hätte Dubai auf unserer „Speisekarte“ stehen müssen. Ich habe aber aus schlechter Erfahrung ein ungutes persönliches Verhältnis zu den Arabern. Doch diesmal hat die Neugierde gesiegt. Es traf sich gut. Wir hatten vor, zwei Wochen Urlaub in Phuket zu machen. Dubai liegt quasi am Weg. Die Reise zu unserem Ziel in Thailand haben wir in Dubai für vier Tage unterbrochen. Um wie ein Schwamm soviele Eindrücke wie möglich aufzusaugen, haben wir jede Nacht in einem anderen Hotel gebucht.

Abflug in Wien mit Emirates am 6.März 2014 um 22.05 Uhr mit einer Boeing 777-300ER. Wir fliegen gerne mit Emirates. Die Gesellschaft hat die modernste Flotte, ist pünktlich und bietet ein hervorragendes Service. In der Business Class können die Sitze in waagrechte Betten umgewandelt werden, so daß man gut ausgeruht am Ziel ankommt

1. Tag im Armani Hotel im Burj Khalifa

In Dubai pünktlich um 6.35 Uhr gelandet. Am Flughafen gibt es einen zollfreien „After Flight Shop“, wo wir uns mit Zigaretten (1.- €, in Österreich 4,70€) eingedeckt haben. Für die Gepäckswagen in der Ankunftshalle bei den Förderbändern muss man kein Pfand zahlen (in Wien ist jeder Reisende zum Koffer schleppen verurteilt, der keine 1€ Münze zur Hand hat).

Schon bei der Zimmerbuchung wird man vom Hotel gefragt, mit welchem Flieger man in Dubai ankommt, da die Abholung mit der hoteleigenen Limousine im Zimmerpreis inkludiert ist. Das hat auch funktioniert. Wir wurden erwartet und mit einem 7er BMW ins Hotel gebracht

Vom Flughafen führt eine 5spurige (in jeder Richtung) Autobahn in die Stadt. Schon von weitem sahen wir „unser“ Hotel.

 

Burj Khalifa

Burj Khalifa

Der Burj Khalifa ist mit 830 m das höchste Hochhaus der Welt. Er ist bei klarem Wetter schon ab einer Entfernung von 100 km zu sehen.

Das Gebäude ist beeindruckend. Man stelle sich vor (wenn man sich so etwas überhaupt vorstellen kann): sechs mal der Wiener Stephansturm übereinander gestellt, ergibt etwa die Höhe des Bauwerks.

Bewohnbar ist der Turm bis zum 190 Stockwerk in einer Höhe von 640 m. Darüber sind nur mehr Technikgeschosse für Kommunikation und TV Sender. Im Gebäude sind Büros und Appartements untergebracht.

Das Armani Hotel belegt die unteren 39 Stockwerke. Beim Empfang erlebten wir gleich die erste Enttäuschung. Ich hatte ein Raucherzimmer gebucht. Wegen unserer frühen Ankunftszeit wäre dieses aber erst am Nachmittag zur Verfügung gestanden. Das wollten wir auch nicht und nahmen die Einschränkung in Kauf.

Mein zweiter Wunsch bei der Zimmerreservierung wurde aber erfüllt. Wir wollten den Ausblick auf die Wasserfläche, die den Burj Khalifa umgibt.

Hier werden ab Mittag Wasserspiele, die sogenannten Dubai Fountain, aufgeführt. Wer die Wasserspiele in Las Vegas vor dem Bellagio kennt, kann hier Vergleiche anstellen. Die Wasserfläche ist vier mal so groß, die Strahlen schießen bis zu 150 m hoch hinauf und würden so die Spitze des Kölner Doms erreichen (in Las Vegas 50 m). Zu Musik von Klassik bis Rock die aus der größten Beschallungsanlage der Welt ertönt, wird, mit durchaus künstlerischem Anspruch, ein Spiel von Fontänen und Licht geboten, an dem man sich gar nicht satt sehen kann.

 

Ausblick Burj Khalifa

Blick von unserem Fenster auf die Wasserfläche

Das Armani ist ein Designer Hotel, was soviel heißt, dass um des Design willens, manche Dummheit in Kauf genommen werden muss. Dominierende Farbe sowohl in den Zimmern, als auch in den common rooms ist schwarz. Der Zugang zu den Zimmern gemahnt an einen modernen Eingang in die Hölle.

 

Korridor im Armani

Korridor im Armani

Aufheller sind beige-braun und grau.

 

Schlafzimmer

Schlafzimmer

Lichtschalter sucht man vergebens. Dafür liegen sowohl im Wohnzimmer als auch auf den Nachtkästchen schwarze tablets mit touch screen, womit das Licht, die TV Apparate und die Stereoanlage ein- und ausgeschaltet werden. Auch die Vorhänge und die Storen werden damit bedient. Die futuristische Schrift ist allerdings so klein, dass man eine Lesebrille dazu braucht. Design eben.

Wir genossen einmal ein Frühstück. Das Angebot riesig, da Essen für drei Kulturkreise angeboten wird: fernöstlich indisch-chinesisch-japanisch, arabisch und zivilisiert europäisch. Die Gäste des Hauses scheinen aus der ganzen Welt zu kommen. Auffallend vielleicht, dass die Inder stärker vertreten waren. Aber das war ja nur eine Momentaufnahme. Noch auffallender aber ist die Zusammensetzung des Personals. Die mittleren Kader sind Inder und Pakistani, die weiblichen Reinigungskräfte sind Philippinas, die männlichen unteren Chargen kommen aus Bangladesh. Ein Türsteher (und vor fast jeder Türe steht ein solcher, damit sich der Gast mit dem Türöffnen nicht anstrengen muss) verdient 200 € im Monat, Essen, Quartier und Dienstkleidung (natürlich ein schwarzer Anzug) gratis. Das Quartier muss er sich mit fünf anderen Bangladeshern teilen. Geschlafen wird in drei Stockbetten.

Für elf Uhr hatten wir den ersten Höhepunkt der Reise geplant. Ein Besuch auf der Aussichtsplattform des höchsten Hochhauses, also unseres Hauses. Wir hatten die Zeit schon auf allgemeine Empfehlung vorreserviert, was sich allerdings als unnötig herausstellte, da man als Hotelgast Priorität genießt und sich auch nicht in der Warteschlange anstellen muss.

Die Aussichtsterrasse befindet sich in der 124. Etage auf einer Höhe von 450m. Erschlossen wird sie mit einem Aufzug, der mit einer Geschwindigkeit von 10 m/sec ( = 36 kmh) förmlich in die Höhe schießt. In weniger als einer Minute hat man mit Klicken in den Ohren die Plattform erreicht.

Der Blick auf die Stadt zu seinen Füßen erinnert an die letzten Minuten beim Landeanflug mit dem Flugzeug. Da bietet sich dasselbe Bild. Einfach faszinierend.

 

Blick auf die Stadt

Blick auf die Stadt

Ich erinnerte mich bei diesem Anblick an meinen ersten Besuch in den Emiraten in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Da gab es nur Lehmhütten, die Strassen waren nicht asphaltiert. Ein Taxi zu bekommen war mühsam. Im Schritttempo ging es über die mit Schlaglöchern übersäten Strassen.

Noch mehr beeindruckt als der Blick in die Tiefe hat uns jedoch der Blick nach oben. Man stelle sich vor, dass man den Eiffelturm um ein Drittel seiner Höhe auf insgesamt 400 m vergrößert und dieses neue Gebilde auf die Aussichtsplattform aufsetzt. Dann hat man die Spitze des Burj Khalifa erreicht.

Die Aussichtsplattform ist großteils im klimatisierten Gebäude und teilweise im Freien. Dort wird es allerdings um die Mittagszeit schon unangenehm heiß. Mit dem Aufzug waren wir in einer Minute wieder unten. Wir flanierten auf den Promenadeflächen vor dem Burj und erlebten die ersten Wasserspiele.

 

Dubai Fountain

Dubai Fountain

Sehenswert und überraschend, weil so nicht erwartet, waren auch die Spaziergänger. Neben verschleierten Araberinnen (in der Minderzahl) Mädchen in extrem sexy Outfits, mit Minis, die eine Daumenbreite unter der Mitte endeten und Tops, die mehr ent- als verhüllten (ohne Bild!). Welch Gegensatz zu Saudi Arabien.

Allmählich wurde es heiß und wir suchten zur Entspannung den hoteleigenen Pool in den unteren Etagen auf. Er liegt zum Vergleich etwa auf der Höhe der Türmerstube des Stephansturms. Die Poolanlage ist über das Spa zu betreten. Wir wurden empfangen und gleich nach Geschlechtern getrennt und mit allen Spa-Einrichtungen vertraut gemacht: Massagen, Kosmetik, Friseur und Fitness-Studio sind vorhanden.

Beim Pool nehmen uns zwei Recreation Manager (in Wien nennt man sie Badewascheln) in Obhut, deckten die Liegestühle mit Badetüchern und brachten uns eisgekühlte Erfrischungstücher. Zwei Kellner servierten Getränke (auch alkoholische) in Gläsern und nicht, wie in anderen Hotels, in unappetitlichen Plastikbechern. Auch warmes Essen konnte man bestellen.

Nach einer angemessenen Entspannungspause starteten wir das Abendprogramm mit einem Aperitif an der Bar mit Blick auf die Wasserspiele bei Nacht und wandten uns langsam einer anderen Attraktivität von Dubai zu.

Neben dem Burj Khalifa und mit diesem verbunden, wurde ein Einkaufszentrum errichtet.

Ich habe die Zahlen nicht mehr im Kopf, aber auch diese shopping mall sprengt alle Dimensionen. An Geschäften sind alle großen Marken der Welt, von Armani bis Zegna vertreten. Die Größe der Ladenflächen sind eher mit Sportplatzflächen zu vergleichen.

Drei besondere Kuriositäten stechen ins Auge: in einem der oberen Geschosse ist ein Eislaufplatz, eine Attraktion, die in der Wüste Arabiens besonders von der Jugend angenommen wird. Ich kam mir vor wie am Wiener Eislaufverein neben dem Konzerthaus.

 

Eislaufplatz

Eislaufplatz

Die zweite Sehenswürdigkeit ist ein Wasserfall über mehrere Stockwerke mit lebensgroßen gläsernen Figuren, die sich in die Tiefe stürzen.

 

wasserfall_mit_figuren

Übertroffen wird alles aber von einem Meereswasseraquarium in einem der Untergeschosse. Es ist ein von einer Dimension, die alle Vorstellungen sprengt (natürlich wieder Weltrekord). Das Video möge statt meiner Worte den Eindruck wiedergeben.

Meereswasseraquarium

Inzwischen neigte sich der Tag seinem Ende zu. Die Flanierflächen vor der shopping mall und der Dubai Fountain füllten sich mit Menschen. Von überall strömte das Volk herbei. Die Szene erinnerte an die Worte im großen Monolog des Mortimer in Schillers Maria Stuart:

Von Pilgerscharen wimmelten die Wege,
Als ob die Menschheit auf der Wandrung wäre
Wallfahren nach dem Himmelreich.

Mit hereinbrechender Nacht war der Platz so überfüllt, dass ein Weiterkommen mühsam war. Alle halben Stunden vollführten die Wasserspiele ihre Künste (eine Vorstellung dauert etwa acht Minuten), von Ahs und Ohs aus tausend Kehlen bewundert.

Wir suchten, da wir schon in einem solchen Land sind, ein arabisches Restaurant in der Mall auf und mussten unser Nachtmahl alkoholfrei einnehmen. An der reich sortierten Bar im Armani (natürlich mit Raucherbereich) wurden wir zum Ausklang des Tages aber diesbezüglich entschädigt.

2. Tag im Hotel Atlantis the palm

Anstatt uns von der Hotellimousine zum Flugplatz bringen zu lassen (ist im Zimmerpreis enthalten) nannten wir als Ziel das Atlantis. Nach einer Fahrt von ca. 40 Minuten erreichten wir diesen Palast.

 

Hotel Atlantis the palm

Hotel Atlantis the palm

Unsere Stimmung sank auf den Gefrierpunkt. Vor dem Hoteleingang ist ein baldachinartig überdachter Platz zum Ein- und Aussteigen. Hier fand soeben eine Betriebsversammlung der Angestellten statt. Offenbar war ein Streik angesagt. Warum gerade wenn wir kommen?

Irgendwie bahnte sich unser Chauffeur zwischen dem uniformierten Personal einen Weg unter den Baldachin. Insgesamt stehen für die Anfahrt der Limousinen zehn Fahrspuren zur Verfügung. Wir stiegen aus und es klärte sich das Bild der „Streikenden“: es handelte sich um die Gepäckträger und Türöffner, die den Gast beim Aussteigen behilflich sind. Jeder Fahrspur waren etwa zwölf solcher Helfer zugeteilt. Die stürzten sich auf den Kofferraum, der in ein paar Sekunden geleert war, hoben so Bandscheibengeschädigte wie mich förmlich aus dem Fond des Wagens und geleiteten uns zu einem Inder im schwarzen Anzug. Der erkundigte sich nach unserem Namen und wollte uns ins Haus führen. Wir wollten aber vorher noch eine Zigarette rauchen. Sofort bot er uns einen Platz auf einer Bank an, brachte uns einen Aschenbecher und zog sich diskret zurück. Von unserem Gepäck war nichts mehr zu sehen.

Wir beobachteten das Treiben. Diese Ansammlung von Personal konnte tatsächlich beim ersten Anblick als eine Betriebsversammlung angesehen werden, so viele Menschen tummelten sich hier. Bei näherer Betrachtung glich es aber eher einem Ameisenhaufen.

Links und rechts von dem Baldachin stand die hoteleigene PKW-Flotte. Links vier Rolls Royce, drei Bentleys und sechs Mercedes der E und S Klasse, alle mit Chauffeur zu mieten, rechts zwei Maserati, drei Lamborghini und zwei Ferrari; die Italiener können von den Gästen als Selbstfahrer zu einem Ausflug in die Wüste gemietet werden.

Wir hatten ausgeraucht. Wie aus dem Nichts tauchte unser Inder auf und geleitet uns zum Check in. Da wir eine Suite gebucht hatten, wurden wir in einen gesonderten Raum geführt, wo wir mit Namen angesprochen wurden und ein arabischer Diener einen mit Kardamom versetzten Mocca servierte. Das Einchecken beschränkte sich auf einen Abzug der Kreditkarte. Dann wurden wir ins Zimmer geführt. Die Koffer waren schon da.

Die ganze Suite hatte etwa 120 qm, davon das Wohnzimmer an die 70, zuzüglich einer Terrasse etwa 25.

Die im Badezimmer freistehende Whirl-Badewanne erfreute Christine ebenso, wie ein eigener Schminkraum neben dem Bad.

Badezimmer

Badezimmer

Im Wohnzimmer war ein Sitzbereich vor dem TV Apparat, sowie ein Esstisch für vier Personen. Ein eigenes WC für die Gäste der Gäste gleich beim Eingang (zusätzlich zum WC im Badebereich), eine hochwertige Möblierung, edle Vorhangstoffe, kurz, die Atmosphäre war nicht protzig, sondern strahlte gediegene Behaglichkeit aus.

Von der Terrasse hatten wir einen schönen Blick auf den Pool und den Strand.

 

Ausblick auf den Pool

Ausblick auf den Pool

Nachdem wir unsere Räumlichkeiten ausreichend begutachtet hatten, machten wir uns auf den Weg, das Haus kennen zulernen.

Eine Besonderheit ist hier zu erwähnen. Bei Buchung einer Suite erhält man eine schwarze Plastikkarte (Zimmerschlüssel). Diese schwarze Karte berechtigt den Gast gesonderte VIP Bereiche zu betreten und dort kostenlos Getränke (auch alkoholische) und Snacks zu konsumieren. Die VIP Bereiche sind (fast) kinderfrei und daher besonders ruhig.

Das Hotel verfügt über 1800 Zimmer und wird als 5Sterne Haus geführt. Wir sind wirklich mit kritischem Blick herumgewandert und haben keine auffälligen Abweichungen von diesem Niveau feststellen können. Natürlich kommt manches Dekorstück hart an die Grenze des Kitsches, bzw. wäre für unseren Geschmack manchmal etwas weniger an Glas und Farbe mehr gewesen. Aber das sind Geschmacksfragen über die man nicht streiten kann.

 

Glasplastik im Foyer

Glasplastik im Foyer

Ein Meerwasseraquarium, etwa zehn Meter hoch, ist auch in diesem Hotel vorhanden und erfreut sich regen Besuches.

Im Außenbereich steht ein großer Pool zur Verfügung. Obwohl die Wassertiefe nur ca. 1,50 m beträgt, stehen am Beckenrand alle 10 m Lifeguards mit einem Rettungsreifen. Ich halte das für übertrieben, aber offensichtlich gibt es genug Gäste, die eine solch intensive Überwachung des Pools schätzen. Auch am Meeresstrand dasselbe Bild. Im Liegebereich des Pools tummeln sich Kellner, um die Gäste blitzartig mit den gewünschten Erfrischungen zu bedienen. Das Devise „Der Gast ist König“ ist hier perfekt erfüllt.

Mehrere Restaurants laden zum Abendessen ein. Wir entschieden uns für das „Steak Fire“.

Vor dem Restaurant ist eine Bar mit Rauchmöglichkeit, wo wir als Inhaber einer schwarzen Karte kostenlos unseren Aperitif nahmen und nach Studium der Speise- und Weinkarte unsere Bestellung aufgaben.

Im Restaurant bekamen wir einen Tisch mit Blick in die Schauküche und in den raumgroßen gläsernen Weinkühlraum. Solche Kühlräume finden sich in modernen Hotelbauten in tropischen Ländern immer häufiger, da es einen Weinkeller in unserem europäischen Verständnis nicht gibt.

Das Essen war vorzüglich und das Service perfekt, was uns aber angesichts eines österreichischen Maitre d´Hotel nicht wunderte. Es blieb kein Wunsch offen. Das Restaurant hat die Qualität eines 3 Hauben Restaurants bei uns in Europa.

Wir halten das Atlantis für eines der besten Hotels der Welt.

Am nächsten Tag nahmen wir das Frühstück nicht in einer „Schwarzkarten Lounge“ sondern im allgemeinen Bereich, wo es doch infolge der unerzogenen Kinder etwas lauter war.

3. Tag im Hotel Burj al Arab

Wir waren in einer eigenartigen Stimmung. Was sollte es nach dem Atlantis noch für eine Steigerung geben. Das Burj al Arab wird immer wieder als das einzige 7Sterne Hotel der Welt bezeichnet, was sich allerdings schnell als Zeitungsente erwies, denn es gibt ja offiziell nur 5 Sterne und das Hotel selbst führt nur diese Bezeichnung in seinem Logo.

Die äußere Form des Gebäudes ist einem aufgeblähten Segel nachempfunden. Das Gebäude ist mit 321 m so hoch wie der Eiffelturm und steht auf einer künstlichen Insel. Es beherbergt nur das Hotel.

 

Burj Al Arab

Die unverwechselbare Silhouette des Burj al Arab

Die Anfahrt zum Hotel erfolgt auf einer eigenen Strasse. Etwa 1 km davor versperrt ein Schranken die Weiterfahrt. Die Schrankenwärterin, hier eine bildschöne Hostess in einer schmucken Uniform, kommt zum Auto. Der Chauffeur öffnet gleich das Fenster im Fond des Wagens, weil er selbst ohnehin nichts zu sagen hat. Die Hostess erkundigt sich, ob man eine Buchung hat, sucht in einer Liste nach dem Namen „Reitzi“ und begrüßt uns freudig mit „Wolfgang“. Sie freut sich über unsere glückliche Ankunft wirklich so sehr, dass man meinen könnte, für sie ist der Tag heute gelaufen. Der Schranken öffnet sich und gibt die Weiterfahrt frei.

Vor dem Hotel bleibt der Wagen zwischen Rolls Royce und Bentleys stehen. Es warten schon zwei Hostessen auf uns und wir werden mit Namen begrüßt. Die beiden freuen sich wirklich uns begrüßen zu dürfen. Dagegen hat sich die Begrüßung der Schrankenwärterin wie ein Kondolenzbesuch ausgenommen. (Man sollte die Adresse des Coachs, der dem Personal beibringt, wie man freudig Gäste begrüßt, einmal der Süditalienischen Hoteliervereinigung stecken, damit sie vielleicht auf die Idee kommen, in den Häusern ihrer Mitglieder diesbezüglich Verbesserungen vorzunehmen).

Wir werden ins Innere des Gebäudes geführt.

Es verschlägt einem den Atem. Ich habe noch nie solch eine Hotelhalle gesehen. Der Patio ist mehrere hundert Meter hoch, die Sichtwand, wenn man das Haus betritt, ist ein 20 Stockwerk hoher, nach hinten abgestufter Springbrunnen mit hunderten Fontainen, die ununterbrochen ihr Spiel ändern. Ich erinnere mich, als ich vor dreißig Jahren in der Mall des Trump Towers in der 5th Avenue den Wasserfall sah, was das damals für eine Sensation war. Gegen das, was hier gezeigt wird, ist der Wasserfall in New York bestenfalls eine Wandspülung. So schnell überleben sich architektonische Einfälle.

 

Die Springbrunnenwand in der Lobby

Die Springbrunnenwand in der Lobby

Die Architektur des Innenraumes verbietet jeden Vergleich mit herkömmlicher Baukunst. Es gibt keine geraden Linien, keine Vertikalen und kein Stockwerk steht über dem anderen. Alles schwebt, wie von Geisterhand gehalten.

Lobby

Lobby

Blick zur Decke der Eingangshalle

Blick zur Decke der Eingangshalle

Eine Rezeption gibt es nicht. Der Ankommende geht nicht zum Gastgeber und weist sich aus, sondern der Gastgeber geht seinem Gast entgegen und heißt ihn willkommen. Der Gast wird persönlich betreut. Wir werden in das 19. Stockwerk geleitet, wo uns die Empfangshostess unseren Butler vorstellt. Der übernimmt uns und führt uns in unser Zimmer.

Zimmer gibt es eigentlich nicht. Jede Einheit ist eine zweistöckige Suite mit ca. 200 qm. Die untere Ebene ist der Wohn- und Arbeitsbereich, die obere der Schlafbereich. Die Fenster reichen bis zum Boden und geben einen reizenden Blick auf das Meer frei. Die Möblierung ist vom Feinsten und Teuersten. Es dominieren die Farben rot und kräftiges blau, ergänzt oder besser bekrönt durch Gold. Im ganzen Gebäude sollen 8000 qm Blattgold verarbeitet worden sein.

 

Ein Bereich des Wohnzimmers

Ein Bereich des Wohnzimmers

In einer Ecke des Raumes steht der Schreibtisch, darauf ein PC und ein Drucker. Hinter dem Tisch eine Nespresso Maschine mit sechs verschiedenen Kaffeekapseln zur Auswahl.

 

Arbeitsbereich

Arbeitsbereich

Spiegel sind in einer Überzahl vorhanden und vergrößern optisch den ohnehin großen Raum. Die Wände sind teilweise gebogen, kein Winkel im Raum ist ein rechter.

 

Spiegel und gebogene Wände

Spiegel und gebogene Wände

Selbst der TV Apparat im Wohnzimmer steckt in einem goldenen Rahmen und steht auf einem goldenen Sockel.

 

TV Apparat im Wohnzimmer

TV Apparat im Wohnzimmer

In das obere Stockwerk führt eine gewundene Treppe.

 

Aufgang zum Schlafbereich

Aufgang zum Schlafbereich

Unter der Stiege ist ein Abstellraum für Koffer.

Durch Lichtprojektion wird das Bild einer Uhr an die Wand bei der Stiege geworfen.

 

Menetekel Rolex

Menetekel Rolex

Das Bild leuchtet auch in der Nacht, so dass man immer weiß, wie viel es geschlagen hat.

Das Schlafzimmer ist ebenfalls sehr großzügig in der Raumstruktur. Eine Sitzgarnitur ladet den schlaflosen Gast zum Verweilen ein. Er muss nicht in das Wohnzimmer hinuntergehen.

 

Sitzgruppe im Schlafzimmer

Sitzgruppe im Schlafzimmer

Um die Phantasie für gewisse Spielchen anzuregen, sind an der Stirnseite der Liegestatt und an der Decke über dem Bett große Spiegel angebracht.

 

Liegestatt

Liegestatt

Wir stellten die Frage, ob es denn im Schlafzimmer keinen TV Apparat gäbe. Der Butler, wirklich ein Engländer, zauberte eine Fernbedienung aus dem Nichts und erklärte uns die einzelnen Tasten. Auf Betätigung einer davon tauchte aus einer Versenkung ein Flachbildschirm auf, der punktgenau vor dem Bett platziert war.

Bildschirm des Fernsehapparates

Mit der Fernbedienung konnten auch die Vorhänge bedient und die Eingangstüre geöffnet werden. Auch gab es eine Ruftaste für den Butler, der (selbstverständlich) rund um die Uhr zu Diensten stand.

Im Bad alle erdenklichen Bequemlichkeiten. Ein Jakuzzi für zwei Personen dominiert den Raum. Der Butler weist darauf hin, dass er das Bad bereiten werde, wenn wir von der Annehmlichkeit dieser Einrichtung Gebrauch machen wollten. Die Dusche verfügt über alle möglichen Wasserspiele, die auch leicht einzuschalten und zu bedienen sind (was habe ich diesbezüglich schon erleben müssen, von kalten bis brennheißen Wasserstrahlen).

 

Dusche

Dusche

In einem Übermaß sind Seifen, Shampoos und sonstige kosmetische Artikel, säuberlich getrennt nach geschlechtsspezifischen Anforderungen, aber alle aus dem Hause Hermes, vorhanden.

Ein Ankleideraum mit Schränken für seine Habseligkeiten ist vom Bad und dem Schlafzimmer direkt zu betreten. Der Butler hatte schon mit dem Auspacken unserer Sachen begonnen und getrennt nach Mann und Frau in die Kästen gelegt. Wir stoppten diese Tätigkeit, weil wir so etwas Intimes doch lieber selbst machen.

 

Ankleidezimmer

Ankleidezimmer

Erwähnenswert ist noch, was so überall herum gelegen ist: Fernbedienungen auf allen Tischen und Kommoden (die von zu Hause gewohnte lästige Suche nach verlegten Geräten gibt es hier nicht), kleine Bonbonnieren mit Naschereien, Snacks u.s.w., u.s.w.

 

Bonbonniere im Stile des Hauses

Bonbonniere im Stile des Hauses

Der Butler kam dann noch mit zwei Gläsern Champagner zur Begrüßung, ehe er mit uns eine Führung durch das Haus begann.

Die Architektur fasziniert aus jedem Blickwinkel.

 

Blick von oben in den Patio mit den Eingängen in die Zimmer

Blick von oben in den Patio mit den Eingängen in die Zimmer

Wasserspiele in einem der Stockwerke

Wasserspiele in einem der Stockwerke

Blick von unten in den Patio mit den Eingängen in die Zimmer

Blick von unten in den Patio mit den Eingängen in die Zimmer

Der Butler zeigte uns auch die fünf Restaurants, den swimming pool, die Bars für Raucher und Nichtraucher und sonstige allgemeine Räume.

Als Raucher hat man in diesem Hotel nicht das Gefühl ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Es ist zwar der Schutz der Nichtraucher überall gegeben, aber es gibt genauso Räume für Raucher, wo diese, ohne ein schlechte Gewissen zu bekommen, einen Drink nehmen können. Das Geld der Raucher wird hier ohne Diskriminierung behandelt.

Es zog uns aber zum Pool. Vom Atlantis waren wir das Bild mit den Live Guards entlang des Beckenrandes schon gewohnt und wunderten uns daher jetzt nicht mehr ob solcher übertriebener Vorsicht. Der Recreation Manager stellte uns eine Kühlbox zu unseren Liegen. Darin war eine Sprühflasche mit eiskaltem Wasser, womit man sich durch besprühen von ausgewählten Körperstellen Erfrischung verschaffen konnte. Kellner mit Getränken, Obst und Süßigkeiten sorgten sich um das Wohl der Gäste.

Sehenswert war die Bar im Pool. Man sitzt auf Barhockern im Wasser. Das ist nichts Neues. Überraschend aber, da hier nicht erwartet, dass es Belgisches Fassbier (Stella) gab. Ein Glas kühles Bier war hier bei den hochsommerlichen Temperaturen eine angenehme Erfrischung.

Der Pool liegt auf der Höhe des Hoteleingangs. Immer wieder zog es unseren Blick nach oben, um diese Architektur, die ihresgleichen auf der Welt nicht findet, zu bewundern. Jede Seite des Gebäudes ist anders gestaltet, man kann nicht einmal den Ausdruck „Fassade“ verwenden, man kann nicht einmal von vier Seiten des Gebäudes sprechen. Der Grundriss ist eine nicht definierte geometrische Form, nach oben verjüngen sich manche Teile, andere werden größer. Ganz oben kragt ein Hubschrauberlandeplatz aus dem Gebäude. Wo hat man ähnliches gesehen?

Langsam näherte sich der Abend. Wir hatten einen Tisch im Al-Mahara Restaurant reserviert. Das wartet mit einer ausgefallenen Kuriosität auf: Man sitzt neben einem Aquarium mit sehr schönen und ausgefallen Meeresfischen. Wer jetzt an sein Goldfischaquarium zu Hause denkt, muss korrigiert werden: die Wasserhöhe ist ca. 10 m

 

Al-Mahara Restaurant

Al-Mahara Restaurant

Bei der Reservierung des Tisches wurde uns mitgeteilt, dass es für dieses Restaurant einen Dresscode gibt. Herren müssen ein Jackett tragen. Wir waren aber auf der Reise zu einem Badeurlaub ins heiße Thailand und ich hatte ein solches Kleidungsstück nicht im Gepäck. Für solche Fälle ist das Haus vorbereitet: der Gast bekommt beim Betreten des Restaurants ein Leihsakko genau in seiner Größe, in Nylon eingeschweißt, weil frisch aus der Putzerei.

Eine weitere Annehmlichkeit ist eine Raucherlounge neben dem eigentlichen Speiseraum. Diese ist wie ein englischer Clubraum eingerichtet und ein Barman kümmert sich um Getränke zwischendurch für die smokenden Gäste.

Spät am Abend bezogen wir wieder unser Quartier. Ich wollte das Licht abdrehen, brachte es aber nicht fertig. Zum erstenmal bekam ich auf dieser Reise Heimweh, Heimweh nach einem einfachen Lichtschalter, bei dem man durch Kippen des Schalters das Licht ausschalten kann. Aber wozu haben wir denn einen Kammerdiener rund um die Uhr? Ich ging auf den Flur und da kam er schon herbeigeschossen, löschte die Lichter, brachte mich zum Bett und erklärte mir zum Abschied, wie man die Nachttischlampe ausschaltet.

Befriedigt und glücklich, dass wir einen Butler hatten.

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Freien. Der Kellner fragte nach unseren Kaffeewünschen und brachte gleich die dampfenden Tassen. Wir gingen zum reichhaltigen Buffet und bedienten uns. Wenn der Teller beladen ist, erscheint ein guter Geist und übernimmt den Transport zum Tisch. Der Kaffeekellner stellt fest, dass der Kaffee in der Zwischenzeit nicht mehr heiß genug ist, serviert ab und bringt einen frischen.

Das Auschecken übernimmt der Butler.

Ein Bentley bringt uns zum Flughafen.

Schlussbemerkung

Obwohl nur drei Tage lang, war es eine der bemerkenswertesten Reisen, die wir je gemacht hatten.

Besteht eine Wiederholungsgefahr? Ganz sicherlich. Es gibt noch eine Reihe anderer aufregender Hotels. Nicht nur in Dubai. Auch Abu Dhabi bietet hier einiges.

Sozio-ethische Hintergrundbetrachtungen haben in diesem Reisebericht keinen Eingang gefunden. Warum hier alles so funktioniert, warum die Stadt von einer Sauberkeit strahlt, die man in manchen europäischen Ländern vergebens sucht, warum eine solche Architektur nur hier möglich ist, all das ist in diesem Bericht nicht untersucht.

Wer alte arabische Kulturen entdecken möchte, oder wem gar nach arabischer Kunst ist, der ist hier fehl am Platz.

Ein besonderer Höhepunkt muss sein, den Jahrewechsels hier zu feiern. Wir haben Bilder gesehen, wie der Burj Khalifa in einen Feuerwerkskörper verwandelt wird. Bilder, die man sicherlich nirgends auf der Welt so eindrucksvoll sehen kann.

Für uns, die wir die Errungenschaften unseres Zeitalters bewundern möchten, hat sich die Reise gelohnt.