Ende des 1. Weltkriegs

Am 3. November 1918 um 15.00 Uhr wurde in der Villa Giusti bei Padua der Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und der Entente geschlossen. Für die Donaumonarchie war der Krieg zu Ende.

Die Italiener, die im Verlaufe des Krieges auf keine bedeutenden Siege verweisen konnten, erkannten die Gunst der Stunde. Es gelang dem italienischen Verhandlungsführer General Badoglio einen Satz in die Bedingungen, die ausschließlich von Paris diktiert wurden, aufzunehmen: Der Waffenstillstand tritt 24 Stunden nach Unterzeichnung in Kraft.

Während die Österreicher am 3. November die Waffen niederlegten, drangen die Italiener in den folgenden 24 Stunden, der Waffenstillstand trat ja vertragsgemäß erst am 4. November um 15.00 Uhr in Kraft, in Gebiete ein und okkupierten sie, die noch nie in diesem Krieg von italienischen Truppen berührt wurden: Südtirol bis zum Brenner und das Kanaltal bis Tarvis. Österreichischen Widerstand gab es nicht, die Front hatte sich aufgelöst, die Italiener marschierten einfach nach vorne.

Es muß noch ein Punkt des Waffenstillstands festgehalten werden, der für die Geschichte der Borso Bibel von Wichtigkeit ist:

4. Die Verbündeten werden das absolute Recht haben: a) einer freien Bewegung ihrer Truppen auf jeder Straße oder Eisenbahn oder Wasserweg des österreichisch-ungarischen Gebietes und des Gebrauches der nötigen österreichisch-ungarischen Transportmittel

Am 11. November wurde in einem Salonwagen bei Compiegne der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und der Entente unterzeichnet.

Der 1. Weltkrieg ist damit endgültig zu Ende. Unsägliches Leid, 20 Millionen Tote, ungezählte Millionen Verkrüppelte, verwüstete Landstriche und zerstörte Städte blieben als Bilanz.

Was am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien begonnen hatte, endete mit dem Zerfall der Donaumonarchie.